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AI-LabelKI-Bilder nach EU AI Act
FallkatalogStand 11. Oktober 20263 Min. Lesezeit4 Primärquellen

Print-on-Demand-Mockup mit KI: Muss ich das kennzeichnen?

Ein KI-Werkzeug setzt Ihr Motiv auf das Foto eines leeren Artikels und stellt den bedruckten Artikel neu dar. Ein echtes Muster haben Sie nicht verglichen.

Kurz gesagt

In dieser Konstellation ja. Die KI hat das Produkt neu dargestellt, und ohne Vergleich mit einem echten Muster ist nicht sicher, dass es so aussieht wie die Ware. Genau diesen Fall nennen die Leitlinien als Deepfake (Beispielkasten nach Rn. 116). Haben Sie ein Muster bestellt und Detail für Detail verglichen, ergibt der Pflicht-Check „Grauzone, Kennzeichnung empfohlen“. Die Entscheidung treffen Sie.

Kennzeichnung erforderlich

Kennzeichnung erforderlich

Wenn nicht sicher ist, ob das Produkt so aussieht wie im Bild, kann das Bild über das Produkt täuschen. Genau diesen Fall nennen die Leitlinien als Deepfake.

Beispiel nach Rn. 116

Das Label erfüllt die Kennzeichnungspflicht. Es erlaubt aber nicht, das Produkt anders zu zeigen, als es ist. Das kann nach dem Wettbewerbsrecht irreführend sein, mit oder ohne Label. Prüfen Sie, ob Sie ein echtes Foto verwenden können.

Diese Einstufung folgt den Leitlinien der EU-Kommission zu Art. 50 KI-VO. Die Leitlinien sind nicht verbindlich, verbindlich auslegen kann nur der Europäische Gerichtshof. Die Entscheidung treffen Sie.

Das Beispiel

Ein Print-on-Demand-Shop verkauft Tassen mit eigenen Illustrationen. Ein KI-Werkzeug setzt das Motiv auf das Foto einer weißen Tasse und rechnet Wölbung, Licht und Glanz dazu. Gedruckt wird später beim Dienstleister. Eine bedruckte Tasse aus dieser Produktion hatte der Shop nie in der Hand.

Die Antworten im Pflicht-Check

  1. Wurde bei diesem Bild ein KI-Werkzeug eingesetzt, um es zu erstellen oder zu verändern?
    Ja
  2. Wer hat das KI-Werkzeug eingesetzt?
    Ich selbst oder jemand aus meinem Team
  3. Wann wurde das Bild mit KI erstellt oder zuletzt mit KI verändert?
    Am 2. August 2026 oder später
  4. Was hat die KI an diesem Bild gemacht?
    Sie hat das Produkt selbst erzeugt oder verändert, etwa Form, Farbe, Material, Oberfläche, Größe oder Details.
  5. Was hat die KI mit dem Produkt gemacht?
    Sie hat das Produkt neu dargestellt, etwa aus einem Referenzfoto oder einer Beschreibung
  6. Sieht das Produkt im Bild in jedem Detail so aus wie das Produkt, das der Kunde bekommt?
    Unsicher
  7. Ist das Bild selbst Teil eines Kunstwerks, einer Satire oder einer Fiktion, und ist das für jeden sofort erkennbar?
    Nein, es ist ein Werbe- oder Produktbild

Diese Antworten im Pflicht-Check öffnen und für Ihr Bild anpassen →

Wann sich das Ergebnis ändert

Was Sie tun

  1. Bestellen Sie ein Muster und vergleichen Sie es mit dem Mockup: Farbe, Druckbereich, Größe, Material.
  2. Bis dahin: Label „AI“ mit dem Zusatz „Mit KI verändert“ an jedem Mockup, auch auf Produktkarten und in Anzeigen.
  3. Weicht das Muster ab, ersetzen Sie das Mockup durch ein Foto oder ein passendes Mockup.
  4. In der zweiten Ebene: „Verändert: das Aussehen des Produkts.“

So kann der Hinweis lauten

Darstellungsbeispiel eines Produktbilds mit KI-LabelMit KI verändert
Beispielbild, mit KI erzeugt. Das Label zeigt, wie die Kennzeichnung im Shop aussieht.

Label: AI · Mit KI verändert

Mit KI verändertes Bild
Dieses Foto wurde mit künstlicher Intelligenz (KI) verändert. Verändert: das Aussehen des Produkts.

Text in 24 Sprachen erstellen → · Label ins Bild setzen →

Häufige Fragen

Mockups sind im Print-on-Demand doch üblich. Warum erforderlich?

Üblich heißt nicht unbedeutend. Ein von der KI neu dargestellter Artikel kann die Wahrnehmung des Produkts beeinflussen, und ohne Vergleich mit der Ware wissen Sie nicht, ob er stimmt. Diesen Fall nennen die Leitlinien als Deepfake (Beispielkasten nach Rn. 116).

Reicht es, einmal ein Muster zu bestellen?

Für den Vergleich ja, wenn Sie Mockup und Muster Detail für Detail gegenüberstellen. Das Ergebnis lautet dann „Grauzone, Kennzeichnung empfohlen“. Wechselt der Druckdienstleister oder das Material, prüfen Sie erneut.

Und ein Mockup ganz ohne KI?

Legt ein Programm Ihr Motiv ohne KI auf ein Vorlagenfoto, gilt Art. 50 Abs. 4 nicht. Ein Deepfake ist nur ein durch KI erzeugter oder manipulierter Inhalt (Art. 3 Nr. 60 KI-VO). Ob das Mockup die Ware richtig zeigt, bleibt trotzdem Ihre Aufgabe.

Quellen

Alle Quellen selbst gelesen. Randnummern (Rn.) beziehen sich auf die Leitlinien der EU-Kommission zu Art. 50, C(2026) 5054.

  1. Leitlinien der Kommission zu den Transparenzpflichten nach Art. 50 KI-VO, C(2026) 5054 finalEuropäische Kommission · Kommission · 20.07.2026
  2. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung)EUR-Lex · Gesetz · 12.07.2024
  3. Code of Practice on Transparency of AI-Generated Content (finale Fassung)Europäische Kommission · Verhaltenskodex · 10.06.2026
  4. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)gesetze-im-internet.de · Gesetz · 27.09.2026

Keine Rechtsberatung. Die Inhalte erklären die Rechtslage auf Grundlage der Primärquellen, sie ersetzen keine Prüfung im Einzelfall.

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