In New York gilt seit dem 9. Juni 2026 § 396-b des General Business Law. Wer für ein Produkt wirbt und darin einen „synthetic performer“ zeigt, also eine KI-erzeugte, nicht erkennbare menschliche Figur, muss das in der Werbung deutlich offenlegen, wenn er davon weiß.
Ein Verstoß kostet 1.000 USD, jeder weitere 5.000 USD. Ob Standbilder wie Produktfotos erfasst sind, lässt das Gesetz offen; eine Kennzeichnung ist zu empfehlen.
Das Wichtigste
- Rechtsgrundlage: New York General Business Law § 396-b, unterzeichnet am 11.12.2025 (Chapter 617 of 2025), in Kraft seit dem 09.06.2026.
- Verpflichtet ist, wer mit Waren oder Dienstleistungen handelt und für einen kommerziellen Zweck Werbung erstellt, in jedem Medium, sofern er tatsächlich weiß, dass ein synthetischer Darsteller vorkommt (Abs. 3).
- Ausgenommen sind Audiowerbung und Fälle, in denen KI nur die Sprache eines menschlichen Darstellers übersetzt (Abs. 7). Medien, die Werbung nur veröffentlichen, sind ebenfalls ausgenommen (Abs. 8).
- „Advertisement“, „conspicuously“ und „performance“ definiert das Gesetz nicht. Ob Standbilder erfasst sind, ist offen.
- Sanktion: 1.000 USD beim ersten Verstoß, 5.000 USD bei jedem weiteren.
| Status | in Kraft |
|---|---|
| Gilt ab | 09.06.2026 |
| Rechtsgrundlage | New York General Business Law § 396-b (S.8420-A / A.8887-B, Chapter 617 of 2025) |
| Sichtbares Label | ja |
| Maschinenlesbar | nein |
| Wer ist verpflichtet | Werbende |
| Sanktionen | 1.000 USD beim ersten Verstoß, 5.000 USD bei jedem weiteren (§ 396-b Abs. 3) |
| Belegqualität | Primärquelle selbst gelesen |
Was das Gesetz verlangt
„Synthetic performer“ means a digitally created asset created, reproduced, or modified by computer, using generative artificial intelligence or a software algorithm, that is intended to create the impression that the asset is engaging in an audiovisual and/or visual performance of a human performer who is not recognizable as any identifiable natural performer.
New York General Business Law § 396-b Abs. 1 Buchst. c
Wer eine solche Figur in einer Werbung zeigt, muss „conspicuously“ offenlegen, also deutlich sichtbar. Erfasst sind KI-erzeugte, nicht identifizierbare Menschen, nicht KI-Produkte oder KI-Hintergründe. Für echte, erkennbare Personen gelten in New York andere Regeln.
Was das für EU-Händler heißt
- Zeigen Ihre Anzeigen oder Produktbilder für Kunden in New York ein KI-Model, setzen Sie einen deutlichen Hinweis wie „AI-generated model“, sichtbar ohne Klick.
- Als Maßstab für „deutlich“ hilft die Regel der FTC: Ein Hinweis ist nur dann deutlich, wenn man ihn nicht übersehen kann; Klicken oder Darüberfahren darf nicht nötig sein (16 CFR § 465.1).
- Auf Amazon taggen Sie fotorealistische KI-Menschen zusätzlich im Bild selbst, siehe Amazon.
- In Google Merchant Center erhalten gelabelte Assets in Kampagnen mit Ausrichtung auf New York sichtbare Overlays, siehe Google Merchant Center.
- Ihr EU-Label für KI-Models deckt das in der Regel mit ab, wenn es ohne Interaktion sichtbar ist. Ein englischer Begleittext macht es für US-Kunden verständlich.
Häufige Fragen
Gilt die New Yorker Regel auch für Produktfotos?
Das Gesetz definiert „advertisement“ nicht. Ob Standbilder erfasst sind, ist offen. Eine deutliche Kennzeichnung von KI-Models ist zu empfehlen.
Muss ich KI-Hintergründe oder KI-Produkte in New York kennzeichnen?
§ 396-b erfasst nur synthetische Darsteller, also KI-erzeugte menschliche Figuren. Für die EU kann ein KI-Bild trotzdem kennzeichnungspflichtig sein.
Wie hoch ist die Strafe?
1.000 USD für den ersten Verstoß, 5.000 USD für jeden weiteren (§ 396-b Abs. 3).
Quellen
Alle Quellen selbst gelesen. Randnummern (Rn.) beziehen sich auf die Leitlinien der EU-Kommission zu Art. 50, C(2026) 5054.
- New York General Business Law § 396-b (synthetische Darsteller)New York State Senate · Gesetz · 09.06.2026
- Amazon Seller Central: KI-erzeugte Personen in Bildern taggenAmazon · Plattform · 03.10.2026
- Google Merchant Center: Einstellungen für KI-LabelsGoogle · Plattform · 03.10.2026
- USA: 16 CFR Part 465 (gefälschte Bewertungen und Testimonials)eCFR · Gesetz · 21.10.2024
Keine Rechtsberatung. Die Inhalte erklären die Rechtslage auf Grundlage der Primärquellen, sie ersetzen keine Prüfung im Einzelfall.
