Microsoft hängt Bildern aus Designer, dem Bing Image Creator und Copilot Content Credentials an, einen C2PA-Herkunftsnachweis. Beim Bing Image Creator gilt das seit September 2023, mit Datum und Uhrzeit der Erstellung.
Ist ein solches Bild im Shop ein Deepfake, braucht es nach Art. 50 Abs. 4 EU AI Act trotzdem ein sichtbares Label (Leitlinien Rn. 117).
Welche Spuren Microsoft Designer in die Datei schreibt
| Spur | Stand Oktober 2026 | Beleg |
|---|---|---|
| C2PA (Content Credentials) | Ja Microsoft nennt Content Credentials nach C2PA für alle mit KI-Funktionen in Designer erzeugten Bilder, für den Bing Image Creator seit September 2023 und für Bilder aus Copilot. | ↗ ↗ ↗ |
| IPTC Digital Source Type (XMP) | Nicht belegt Laut IPTC nutzt Microsoft das IPTC-Vokabular für den Quelltyp im C2PA-Nachweis (2023). Ein eigenes XMP-Feld ist nicht dokumentiert. | ↗ |
| Unsichtbares Wasserzeichen | Nicht belegt Microsoft nennt den C2PA-Nachweis im Bing-Blog „unsichtbares digitales Wasserzeichen“. Ein Wasserzeichen in den Pixeln dokumentiert Microsoft für diese Produkte nicht. | ↗ |
| Prompt und Einstellungen in der Datei | Nicht belegt Nicht dokumentiert. | keiner gefunden |
| Sichtbares Zeichen im Bild | Nicht belegt Den heutigen Stand dokumentiert Microsoft nicht. | keiner gefunden |
C2PA (Content Credentials) ist ein signierter Herkunftsnachweis in der Datei, IPTC Digital Source Type ein Metadatenfeld zur Entstehung, etwa trainedAlgorithmicMedia für reine KI-Bilder. Ein unsichtbares Wasserzeichen steckt in den Pixeln, lesen kann es nur der Hersteller.
So prüfen Sie ein Microsoft Designer-Bild
- Ziehen Sie die Originaldatei aus Microsoft Designer in das Feld oben. Sie wird im Browser gelesen, nicht hochgeladen. Screenshots und Kopien aus Shops oder sozialen Netzwerken tragen die Daten meist nicht mehr.
- Unter „Content Credentials (C2PA)“ zeigt der Prüfer dann Programm, Zertifikat und Quelltyp.
- Für Bilder aus Microsoft Azure nennt Microsoft die Felder: Beschreibung „AI Generated Image“, als Programm „Azure OpenAI ImageGen“ oder „Azure OpenAI DALL-E“, Aussteller Microsoft Corporation. Ob Designer und Bing dieselben Angaben schreiben, dokumentiert Microsoft nicht.
- Zur Prüfung der Signatur verweist Microsoft auf contentcredentials.org/verify.
Ausführlicher in den Werkzeugen Content Credentials anzeigen und KI-Bild prüfen.
Der Prüfer ist kein KI-Detektor, er zeigt nur, was in der Datei steht. Ein leeres Ergebnis belegt kein echtes Foto, auch weil Anbieter von KI-Systemen, die vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden, erst bis zum 2. Dezember 2026 maschinenlesbar markieren müssen (Art. 111 Abs. 4 KI-VO).
Was nach Upload und Bearbeitung übrig bleibt
Der Nachweis besteht aus Metadaten und verschwindet bei Screenshots, bei Exporten ohne C2PA-Unterstützung und bei Uploads, die Metadaten verwerfen. Eine Aussage von Microsoft dazu haben wir nicht gefunden.
Kennzeichnungspflicht im Shop nach dem EU AI Act
Wer mit Microsoft Designer Bilder für den eigenen Shop erzeugt oder bearbeitet, ist Betreiber, auch wenn eine Agentur oder ein Mitarbeiter nach seinen Vorgaben arbeitet (Art. 3 Nr. 4 KI-VO, Leitlinien Rn. 12, 14). Ist das Bild ein Deepfake, also realistisch und fälschlich echt wirkend, muss er es seit dem 2. August 2026 sichtbar kennzeichnen (Art. 50 Abs. 4 KI-VO). Ob das zutrifft, klärt der Pflicht-Check, die Regeln erklärt der Ratgeber zur Kennzeichnungspflicht.
Die Spuren aus der Tabelle ersetzen dieses Label nicht, weil Menschen sie nicht sofort erkennen (Leitlinien Rn. 117). Lassen Sie sie trotzdem in der Datei, wie es die Leitlinien empfehlen. Sie belegen die Herkunft.
Mit Designer entstehen Banner, Grafiken und Produktszenen. Eine erkennbar gestaltete Grafik ist in der Regel kein Deepfake (Rn. 116). Eine realistische Szene mit Personen oder mit Ihrem Produkt kann es sein.
Wie Microsoft Designer selbst kennzeichnet
Die Nutzungsbedingungen des Bing Image Creator (Stand März 2026) untersagen, Content Credentials oder andere Herkunftsmerkmale zu entfernen oder zu verändern.
Häufige Fragen
Tragen Bilder aus dem Bing Image Creator Metadaten?
Ja, laut Microsoft seit September 2023 einen C2PA-Nachweis mit Datum und Uhrzeit der Erstellung.
Ist das „unsichtbare Wasserzeichen“ von Microsoft ein echtes Wasserzeichen?
Microsoft nennt im Bing-Blog den C2PA-Nachweis so. Ein Wasserzeichen in den Pixeln dokumentiert Microsoft für Designer und Bing nicht, nach einem Screenshot ist der Nachweis weg.
Quellen
Rn. steht für die Randnummer in den Leitlinien der EU-Kommission zu Art. 50, C(2026) 5054.
- Microsoft: FAQ zu Microsoft DesignerMicrosoft · Plattform · 11.10.2026
- Bing: Release Notes zu Bing Image CreatorMicrosoft · Plattform · 01.09.2023
- Microsoft: Responsible-AI-FAQ zu Image CreatorMicrosoft · Plattform · 11.10.2026
- Microsoft Learn: Content Credentials in Azure OpenAIMicrosoft · Plattform · 11.10.2026
- Bing Image Creator: NutzungsbedingungenMicrosoft · Plattform · 11.10.2026
- IPTC: Microsoft kennzeichnet generative KI mit IPTC und C2PAIPTC · Standard · 24.05.2023
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung)EUR-Lex · Gesetz · 12.07.2024
- Leitlinien der Kommission zu den Transparenzpflichten nach Art. 50 KI-VO, C(2026) 5054 finalEuropäische Kommission · Kommission · 20.07.2026
- Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus KI)EUR-Lex · Gesetz · 24.07.2026



